Es hat bereits Tradition, dass das Aktionsbündnis gegen Heldengedenken und Naziaufmärsche am Vorabend des Volkstrauertags eine Veranstaltung gegen Krieg und Faschismus durchführt. So auch gestern im historischen Kaiserbahnhof in Halbe. Etwa 100 Gäste wurden am Abend durch Arnold Mosshammer begrüßt, darunter insbesondere die beiden Gründungsmitglieder Karin Weber und Sylvia Lehmann sowie die stellvertretende Kreistagsvorsitzende, Claudia Mollenschott und Altlandrat Martin Wille.
80 Jahre nach Kriegsende äußerte der stellvertretende Vereinsvorsitzende des Aktionsbündnisses – damals als Zwölfjähriger Zeitzeuge der Kesselschlacht in Halbe – den Wunsch, dass es nie wieder Krieg und Faschismus geben möge. Alles müsse dafür getan werden, dass dieser Wunsch Wirklichkeit werde: „… gegen Krieg, für Frieden und für Demokratie.“
In diesem Jahr präsentierten die beiden Künstler Anette Daugart und Uwe Neumann vom KantTheaterBerlin eine szenische Darstellung aus Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“. Der Roman basiert auf der Geschichte von Elise und Otto Hampel, die beide am 8. April 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet wurden.
In Falladas Roman heißen die beiden Hauptfiguren Anna und Otto Quangel. Als sie durch einen Brief erfahren, dass ihr Sohn 1940 an der Front in Frankreich gefallen ist, verändert sich ihre Welt schlagartig. Sie beginnen, Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten, indem sie Postkarten mit regimekritischen Botschaften in der Stadt auslegen. Schließlich werden sie von der Gestapo gefasst.
Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ macht deutlich, dass jede Form von Widerstand bedeutsam ist und jedes Leben zählt. Ebenso wird aufgezeigt, wie das NS-Regime Misstrauen, Brutalität und Korruption hervorbringt.
Ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Aktionsbündnisses, die Künstler und den Eigentümer des Kaiserbahnhofs für diesen tollen Abend der Erinnerungskultur.




Anwesende Bündnismitglieder: Jürgen Behnken, Ralf Irmscher


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.