Sachbericht zum Workshop „Vielfalt respektieren: Diskriminierung verstehen und verhindern“ – Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald e.V.

Sachbericht „Vielfalt respektieren: Diskriminierung verstehen und verhindern“ – Victoria Wolling, Jugendkoordinatorin

Am 23. Februar 2025 fand im Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Luckau ein Workshop zum Thema „Vielfalt respektieren: Diskriminierung verstehen und verhindern“ statt. Veranstaltet wurde dieser vom Fachausschuss Gleichstellung mit dem Ziel, Angehörige der Feuerwehren für unterschiedliche Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten für den Berufs- und Einsatzalltag aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, welche Arten von Diskriminierung innerhalb der Feuerwehren auftreten können und wie diese frühzeitig erkannt werden. Darüber hinaus wurden Strategien vermittelt, um Situationen angemessen einzuschätzen, abzuwägen, wann ein Eingreifen notwendig ist, und diskriminierendes Verhalten aktiv zu verhindern. Ziel war es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Vielfalt zu stärken und ein respektvolles sowie inklusives Miteinander zu fördern, um langfristig eine starke und gerechte Gemeinschaft innerhalb der Feuerwehren zu
sichern. Die Veranstaltung war interaktiv gestaltet und setzte auf kurze fachliche Impulse in Kombination mit intensivem Austausch unter den Teilnehmenden. Ein besonderer Fokus lag darauf, Perspektivwechsel zu ermöglichen und eigene Haltungen kritisch zu reflektieren. Zum Einstieg diente ein Warm-Up unter dem Titel „Früher hatten wa nen Kaiser“. Anhand historischer Beispiele von Diskriminierung diskutierten die Teilnehmenden, wie diese aus heutiger Sicht zu bewerten sind. Die Beispiele wurden den Kategorien „Ist immer noch okay“, „Ja, kann man machen, wenn es für alle okay ist“ sowie „Nein, geht heute gar nicht mehr“ zugeordnet. Diese Übung verdeutlichte, wie sich gesellschaftliche Maßstäbe verändern und wie wichtig es ist, eigenes Verhalten regelmäßig zu hinterfragen.

Im anschließenden Austausch sammelten die Teilnehmenden zunächst allgemein bekannte Formen von Diskriminierung und berichteten auch von persönlichen Erfahrungen. Als fachlicher Impuls wurde das sogenannte „Rad der Vielfalt“ vorgestellt, das verschiedene Dimensionen von Identität und Zugehörigkeit sichtbar macht. Darauf aufbauend richtete sich der Blick gezielt auf Erlebnisse und Beobachtungen aus dem Feuerwehralltag. Ein weiterer zentraler Bestandteil war der Perspektivwechsel: Unter der Leitfrage „Was, wenn es mich trifft?“ sollten die Teilnehmenden Diskriminierung aus der Sicht von Betroffenen denken, etwa in Bezug auf eigene Familienangehörige wie Tochter, Sohn, Partnerin oder Eltern. Diskutiert wurde, ob und wie sich die eigenen Gefühle und Bewertungen verändern, wenn man Situationen aus dieser persönlichen Perspektive betrachtet.

Zum Abschluss stand die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund. In Kleingruppen wurde erarbeitet, welche Maßnahmen umgesetzt werden können, um einen möglichst diskriminierungsfreien Raum zu schaffen. Der Workshop machte deutlich, dass das Thema Vielfalt und Gleichstellung in den Feuerwehren auf großes Interesse stößt. Die offene Diskussionsatmosphäre und der praxisnahe Ansatz trugen dazu bei, Denkanstöße zu geben und die Teilnehmenden für diskriminierende Strukturen und Verhaltensweisen zu sensibilisieren.